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Hauptverwaltung Sparkasse Hagen Sparkasse Hagen
Die Sprengung des Langen Oskars in Hagen am 7. März 2004 war europäischer Höhenrekord für das Sprengen von Verwaltungsgebäuden und mediales Ereignis von bundesweiter Bedeutung.
Das Projekt
Die Zentrale der Sparkasse prägte mit ihrem Hochhaus und den angrenzenden Nebengebäuden das Bild der Stadt Hagen. Knapp 100 m Höhe, 21 Etagen und 63.000 cbm umbauter Raum sind die Kennzahlen des Stahlbetonskelettbaus mit gläserner Gebäudehülle.
Darüber hinaus erschlossen der einen Innenhof bildende Anbau und zwei weitere Nebengebäude zusätzliche 64.000 cbm Rauminhalt.
Das Szenario
Die Lage in der Innenstadt, am zentralen Verkehrsknotenpunkt Busbahnhof, sowie dichte Bebauung und wenig Platz waren die Rahmenbedingungen. Dennoch konnten die Mitarbeiter der PL2 Pluralis® Planungsgesellschaft mbH mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie die Projektleitung, den Vorstand der Sparkasse und die Stadtverwaltung Hagen davon überzeugen, dass ein Abbruch des gesamten Sparkassenkomplexes nur durch eine Kombination des Sprengabbruchs mit konventionellen Rückbautechniken sinnvoll ist.
Unsere Leistungen im Detail:
Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage
Schadstofferhebung und Katastererstellung
Abbruchantrag
Sprengabbruch
Öffentlichkeitsarbeit
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Die Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage
Die Machbarkeitsstudie wird definiert durch den Vergleich unterschiedlicher Abbruchkonstellationen unter Berücksichtigung technisch und wirtschaftlich zweckmäßiger Abbruchtechniken mit Ermittlung der Kosten sowie der Bauzeit. Weitergehend wurden Aspekte der Arbeitssicherheit und der das Umfeld belastenden Umstände einbezogen.
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Schadstofferhebung und Katastererstellung
Die Ermittlung von Gebäudeschadstoffen sowie die vorlaufende Klassifizierung von Entsorgungsmassen ist zwingender Bestandteil einer Abbruchausschreibung.
Dabei kommt es besonders auf die Materialien an, die nicht offensichtlich zu erkennen sind, sondern sich innerhalb von Bauteilquerschnitten verbergen. Gerade hier sind nicht nur die chemischen und fachspezifischen Kenntnisse zu Gebäudeschadstoffen ausreichend, vielmehr ist zusätzliches Know-how zur Baukonstruktion und des baulichen Brandschutzes erforderlich.
Die Auswertung der Bestandspläne hat beispielsweise aufgezeigt, dass gewisse Wandstärken für die erforderliche Brandschutzklassifikation nichts ausreichend dimensioniert waren. Im Rahmen der Schadstofferhebung sind daraufhin an diesen Stellen gezielte Untersuchungen auf Asbest durchgeführt worden. Somit konnten schwach gebundene, asbesthaltige Platten unter dem Wandputz festgestellt werden, deren Demontage vor Sprengung von absoluter Bedeutung waren.
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Abbruchantrag
Die besonderen Randbedingungen dieses Projektes, wie
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die Gebäudegeometrie
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die Innenstadtlage mit hochwertiger Nachbarbebauung (weniger als 40 m Entfernung),
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der unmittelbar angrenzende Busbahnhof mit mehr als 1.050 Verbindungen pro Tag,
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die unmittelbar angrenzende Hauptdurchgangsstraße und Fußgängerzone
und nicht zuletzt
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das Gebäude an sich, als Wahrzeichen der Stadt Hagen
erforderten die Erstellung eines umfassenden Abbruchantrages, in dem bereits zu dieser frühen Planungsphase detaillierte Aussagen und Konzepte
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zum allgemeinen Bauablauf
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zur Schadstoffsanierung und zum Entsorgungsmanagement
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zur speziellen Baustellenlogistik (innerhalb der Baustellenfläche sowie Einbindung in den innerstädtischen Verkehr)
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zum Sprengverfahren (Simulation des Einsturzverhaltens)
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zur Reduktion von Emissionen (Staub, Erschütterungen, Steinflug etc.)
integriert wurden.
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Im Weiteren sind alle erforderlichen Ämter und Behörden im Rahmen von allgemeinen Informationsveranstaltungen und themenbezogenen Projektbesprechungen schon im Zuge der Abbruchantragerstellung involviert worden, so dass im Ergebnis die Genehmigung zum Abbruch ohne zeitliche Verzögerungen, Beanstandungen und ergänzende Auflagen erteilt wurde.
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Sprengabbruch
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Von Oktober 2003 an wurden in den ersten Abbruchphasen die Gebäude komplett entkernt und von Gebäudeschadstoffen befreit (insgesamt 15.000 to). Die Nebengebäude sind konventionell zurückgebaut worden, so dass mit dem entstandenen Bauschutt das erforderliche Fallbett sowie ein umlaufender Schutzwall erstellt werden konnten.
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Am 07. März 2004 ging das Hochhaus mit einer Kipp-Kollaps-Sprengung wie geplant innerhalb des Schutzwalles nieder ohne jegliche Schäden an den angrenzenden Verkehrswegen und Gebäuden.
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Mit diesem Ergebnis wurde aufgezeigt, dass das Sprengen von Hochhäusern in Innenstadtlagen auf äußerst begrenztem Platz durch sorgfältige Planung realisiert werden kann. Die erstmalige Anwendung der Kombination aus Kipp- und Kollapssprengung bei komplexen Tragwerken führte zu einer deutlichen Reduktion der benötigten Fallfläche. Zudem war es zwingend erforderlich, die beim Ankippen auftretenden Schubkräfte in den oberen 13 Geschossen durch Seilverspannungen aufzunehmen, so dass vor dem Kollaps der 8 darunter liegenden Geschosse die Hauptfallrichtung in das vorbereitete Fallbett sichergestellt wurde.
Zur Aufnahme der immensen Aufprallenergien (160.000 to aus bis zu 100 m Höhe) ist ein speziell dimensioniertes Fallbett aus den vor Ort befindlichen Abbruchmassen der Nebengebäude (vergleichbar mit der Form eines Spargelfeldes) erstellt worden. Zudem sicherten der umlaufende, ca. 12 m hohe Schutzwall und die mit Schutzvliesen versehenen Fassadengerüste die angrenzenden Gebäude vor Steinflug.
Die beim Aufprall entstandenen Stäube wurden durch den Einsatz von Hydroschilden sowie sonstigen Wasserkanonen der regionalen Feuerwehren mit einer Gesamtfördermenge von 28.000 l/min weitestgehend eingedämmt.
Mit der Beseitigung der Abbruchmassen ist die Baugrube samt erforderlichen Baugrubenverbau für den späteren Neubau erstellt worden.
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Öffentlichkeitsarbeit
Der Abbruch des Wahrzeichens der Stadt Hagen hat sowohl bei der Bevölkerung, wie auch in den politischen Kreisen und nicht zuletzt in der Presse für großes Interesse gesorgt.
Die Organisation und Koordination der Öffentlichkeitsarbeit durch die PL2 Pluralis® führte zu einem reibungslosen Ablauf von der Planung bis zur Ausführung. Folgende Aspekte mussten hierbei berücksichtigt werden:
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Information der Bevölkerung durch Informationsschreiben
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Vorbereitung von Presseerklärungen des Bauherrn
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Baustellenführungen für Presse- und Fernsehteams
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Erstellung von Stellungnahmen zu Anfragen aus der Politik
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Durchführung von Informationsveranstaltungen zur Vorbereitung des Einsatzes der Ordnungskräfte (ca. 1.280 Mitarbeiter der Feuerwehren, Polizei, THW, DRK, etc.)
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Identifikation, Information und Ansprache der Anwohner im Evakuierungsbereich
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Abstimmung und Veranlassung von besonderen Schutzmaßnahmen bzgl. der technischen Einrichtungen von Unternehmen und sonstigen Einrichtungen im direkten Umfeld (Hauptverwaltung des Energieversorgers, Telekom, Einkaufspassage, Arztpraxen etc.)
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Eine umfangreiche Darstellung dieses Projektes finden Sie in „rekonform® Zeitung für das Bauen im Bestand, Ausgabe 1. Auf Anfrage senden wir Ihnen gerne ein Exemplar zu.
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