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Mehr Rechtssicherheit für Kommunen:
Neues Prüfverfahren der PL2 Pluralis® GmbH zur „Zertifizierung“ von Sporthallendecken.
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Durch das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Moers wurde eine berechtigte Fragestellung definiert: Sind unsere Sporthallendecken ballwurfsicher? Wie kann die Ballwurfsicherheit dieser nachgewiesen werden? Wo liegen die Verantwortungen wie sehen die Haftungsrisiken aus? Eigens zur Beantwortung dieser Fragen und zur „Zertifizierung“ von Sporthallendecken im Bestand entwickelte die PL2 Pluralis® GmbH ein neuartiges Prüfverfahren.
Grundlegend gelten aus technischer Sicht die Vorgaben der DIN 18032, Teil 3, in der Anforderungen und Prüfverfahren an ballwurfsichere Deckensysteme festgelegt sind. Diese DIN wurde im Jahre 1979 bauaufsichtlich eingeführt. Was aber ist mit den Sporthallendecken, die vor Inkrafttreten der DIN errichtet wurden?
Sind diese Decken ballwurfunsicher? Besteht eine Gefährdung des Nutzers, wenn der Ballbetrieb in der Halle gestattet wird? Wie ist der Verantwortungsbereich des Objektbetreibers? Wo liegen seine Haftungsrisiken? Und vor allem: Wie kann bei einer Bestandsdecke die Ballwurfsicherheit nachgewiesen werden?
Mit diesen Fragestellungen hat sich das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Moers an die PL2 Pluralis® Planungsgesellschaft mbH gewandt.
Eindeutigkeit nur für Sporthallendecken nach 1979
Bezieht man die Thematik „Ballwurfsicherheit von Sporthallendecken“ rein auf die Regelwerkebene, so sind Systeme nur dann ballwurfsicher, wenn die Prüfverfahren der DIN 18032, Teil 3 erfolgreich bestanden werden. In seiner regelwerkkonformen Definition beschreibt die Eigenschaft „ballwurfsicher“ nur die Bauelemente, die bei mechanischen Beanspruchungen durch Bälle ohne wesentliche Veränderungen der Elemente und ihrer Unterkonstruktion dauerhaft bleiben. Zu betrachten sind dabei sämtliche Systembestandteile, so z. B. auch Lampen, Lüftungsgitter etc.
Zur Prüfung, die im Zuge einer Produktzulassung i. d. R. im Labor erfolgt, werden mit einem festgelegten Verfahren 36 Hand- bzw. Hockeybälle aus einem Ballschussgerät mit der definierten Geschwindigkeit von 16,5 m/s aus unterschiedlichen Winkelpositionen auf ein und die selbe Stelle des Deckensystems abgegeben. Dabei dürfen die Elemente weder in ihrer Festigkeit, Funktion oder Sicherheit beeinträchtigt werden oder sich optisch wesentlich verändern.
Dieses Verfahren ist jedoch nur für die Prüfung neuer Deckensysteme geeignet und liefert im Ergebnis gerade einmal die generellen Aussagen „ballwurfsicher“ oder „nicht ballwurfsicher“.
Das neue zweistufige Prüfverfahren schafft Abhilfe und stellt Sicherheit her
Die ingenieurtechnische Lösung der PL2 Pluralis® Planungsgesellschaft mbH: ein zweistufiges Prüfverfahren zur „Zertifizierung“ von Sporthallendecken im Bestand.
Die Untersuchung und Beurteilung von Sporthallendecken bezüglich ihrer Ballwurfsicherheit wird durch das eigens entwickelte und auf dem deutschen Markt einzigartige Verfahren in zwei Untersuchungsschritten durchgeführt.
Erste Stufe: visuelle Prüfung
Im ersten Schritt erfolgt eine rein visuelle Untersuchung vom Hallenboden aus. Sie bestätigt eine mögliche Ballwurfsicherheit oder schließt diese generell aus.
Zweite Stufe: Analyse der Systembestandteile
Mit einer dezidierten Analyse (Deckenplatten, Unter- und Abhangkonstruktion, Lampen, Lüftungsgitter etc.) werden alle Systembestandteile in Augenschein genommen, hinsichtlich ihres Aufbaus untersucht und dokumentiert, auf Schwachstellen untersucht und durch speziell entwickelte Belastungsversuche überprüft.
Das Ergebnis ist sehr vielseitig und beantwortet Fragen in vielschichtiger Form, die weit über die reine „Zertifizierung“ hinausgehen.
Die ersten Erfahrungen sind positiv
Die Ergebnisse der bereits durchgeführten Reihenuntersuchungen von 21 Sporthallen zeigen deutlich, dass im Regelfall (ca. 90 %) die untersuchten Decken nicht ballwurfsicher sind. Diesbezüglich sind es in den meisten Fällen jedoch nicht die gesamten Deckensysteme, sondern eher Systembestandteile, die den Prüfkriterien der DIN nicht genügend Widerstand leisten.
Insofern kann bei über 70 % aller Decken der Untersuchungsreihe mit nur geringfügigen Maßnahmen die Ballwurfsicherheit gewährleistet werden. Diese sind z. B. durch Verstärkungen oder den lokalen Austausch von Deckenplatten, durch die Montage von Prallschutzgittern an Lampen und sonstigen Einbauten sowie die Verstärkung von Teilen der Tragkonstruktion zu bewerkstelligen.
Lediglich bei knapp 20 % der untersuchten Deckensysteme kann nur durch umfangreiche Maßnahmen, die geforderte Ballwurfsicherheit erlangt werden.
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